Sicherheit bedeutet Lebensqualität

 

Die ganze Fachkompetenz bot Stadtrat Andreas Widmer auf Dienstag Vormittag ins Rathaus Wil auf, die Medien über die überarbeitete Vorlage Sicherheit in der Stadt Wil zu informieren. Neben Andreas Dobler, Sicherheitschef Wil standen weiter Jürg Rütschi und Basil Jung von der Stadt- und Kantonspolizei Red und Antwort. Mit dabei war weiter, Eugen Thomann, Verfasser der Sicherheitsanalyse.

Bereits an der Sitzung vom 3. Juni 2010 behandelte das Wiler Stadtparlament den Bericht und Antrag zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum durch Videoüberwachung. Aufgrund verschiedener kritischer Voten erfolgte damals die Rückweisung des Geschäftes. Nun sind die damals geforderten wesentlichen Ergänzungen zusammen mit einer Sicherheitsanalyse erfolgt. Der Nachtrag zu Bericht und Antrag soll im zweiten Quartal 2012 im Stadtparlament beraten und in der Folge ein Detailprojekt ausgearbeitet werden.

Sicherheit ist Lebensqualität
Schon in Bericht und Antrag vom Januar 2010 wurde darauf hingewiesen, dass Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung für Wohlbefinden und Lebensqualität ist. Die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung zählt darum, wie Stadtrat Andreas Widmer in seinen einleitenden Worten klar aufzeigte, zu den grundlegenden Aufgaben eines Gemeinwesens.

Sicherheit ist denn auch ein gewichtiger Standortfaktor im Wettbewerb der Wohnorte. Dies wird auch in der von der Stadt Wil im Jahr 2006 durchgeführten repräsentativen Zu- und WegzügerInnen-Befragung bestätigt.

Aktuelle Sicherheitsanalyse
Die Stadtpolizei Wil hat die verschiedenen Delikte der Jahre 2008/2009/2010 und sowie der ersten Hälfte des Jahres 2011 aufgearbeitet. Neben der tabellarischen Form wurden die polizeilich (Kantonspolizei und Stadtpolizei) bekannten Delikte grafisch auf dem Stadtplan dargestellt.

Die polizeiliche Kriminalstatistik erlaubt einen Vergleich der Gemeinden anhand der „Häufigkeitszahl“, d.h der Anzahl Straftaten im Sinne des Strafgesetzbuches pro 1000 Einwohner und Jahr. Hier rangiert Wil innerhalb des Kantons St.Gallen unter den stark belasten Gemeinden. Als regionales Zentrum und Verkehrsknotenpunkt trägt Wil eine bedeutend höhere Kriminalitätslast als das beispielsweise fast gleich viele Einwohner zählende Gossau.

Externe Fachbeurteilung
Der Stadtrat erachtete die Erstellung einer externen und von Wil gänzlich unabhängigen Sicherheitsanalyse als wichtiges Instrument zur Beantwortung der im Rückweisungsantrag vom Juni 2010 gestellten Fragen. Deshalb wurde Eugen Thomann, Winterthur mit der fachlichen Erstellung einer entsprechenden Analyse beauftragt.

Im umfassenden Bericht wurde in enger Zusammenarbeit mit Kantons- und Stadtpolizei die Häufigkeit der Delikte auch mit Sicht auf die Örtlichkeiten registriert. Die Zahlen haben sich seit Beginn der Erhebungen 2008 leicht erhöht. Allerdings ist es doch interessant, festzustellen, dass zum Beispiel in den videoüberwachten Parkhäusern und auf dem gleichermassen gesicherten Bleiche-Parkplatz keine Fahrzeugaufbrüche erfolgen, während dieses Delikt sonst steigende Zahlen aufweist.

Empfehlungen aus der Sicherheitsanalyse
Der genannte Fachmann hat zur Verbesserung der Sicherheit zwei ganz wichtige Verbesserungen empfohlen: Die bestehenden Patrouillen des privaten Sicherheitsdienste (Securitas AG) sind zeitlich auszudehnen. Er sollte möglichst täglich, deutlich vor dem Beginn der Abenddämmerung beginnen. Soweit die Patrouillen uniformiert arbeiten, sollten sie gegenüber Dritten auf grössere Distanz wahrnehmbar sein.

Schon jetzt werden die Rapporte mit den Beobachtungen und Massnahmen der Securitas AG direkt der Stadtpolizei übermittellt und durch diese bearbeitet. Diese gute und wirksame Zusammenarbeit der Securitas AG mit der Stadtpolizei ist weiter zu fördern. Eine Erweiterung der Patrouillentätigkeit der Securitas AG ist übrigens bereits durch einen Nachtragskredit des Stadtrates vom 31. August 2011 als Sofortmassnahme ermöglicht worden.

Videoüberwachung
Das vorgesehene Konzept der Videoüberwachung ist weiter zu verfolgen. Fachliche Gesichtspunkte sprechen dafür, neben dem Raum Bahnhof (samt mindestens einer Unterführung und einem Velounterstand)und der Fussgängerzone Obere Bahnhofstrasse, auch die Allee und das Areal des Alleeschulhauses mit Vorder- und Rückseite einzubeziehen. Wichtig ist die deutliche Ankündigung dieser Überwachung.

Einsatzmöglichkeiten der Kantons- und Stadtpolizei
Basil Jung von der Kantonspolizei und Jürg Rütschi von der Stadtpolizei zeigten anhand von Statistiken, dass es ihnen im Laufe der letzten beiden Jahre gelungen ist, da und dort Verbesserungen im Bereiche Sicherheit Bahnhofplatz und Allee zu erreichen. Allerdings war dies oft nur unter Beihilfe von Kollegen aus anderen Regionen möglich, weil sie praktisch mit dem aktuellen Personalbestand immer am Limit sind.

Zudem sind Personalaufstockungen absolut nicht möglich. Aus dieser Sicht wäre die Videoüberwachung als sehr wirksame Präventionsmassnahme und als gutes Instrument bei der Aufklärung von Tatbeständen nur zu begrüssen.

Weiteres Vorgehen / Zeitplan
Die Investitionen für den Grundausbau der Videoüberwachung in den jetzt vorgeschlagenen Überwachungsbereichen würden heute geschätzte Fr. 795‘000.– erfordern. Es wäre zudem mit jährlichen Betriebskosten inkl. Abschreibungen von rund Fr. 130‘000.– zu rechnen. Das Detailprojekt soll nach Beratungen im Stadtparlament im dritten Quartal dieses Jahres ausgearbeitet werden.

Eine Inbetriebnahme der erwähnten Anlage könnte im zweiten Quartal 2013 erfolgen. Alle diese Anstrengungen sollen wesentlich dazu beitragen, dass das „subjektive“ und das „objektive“ Sicherheitsgefühl zwischen Bahnhof, Allee und Oberer Bahnhofstrasse in Wil ganz deutlich verbessert werden kann.

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